Nachhaltigkeit als Trend in der Textilindustrie

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Nachhaltigkeit als Trend in der Textilindustrie

Nachhaltigkeit beeinflusst unser Leben: Viele Menschen haben ihre Essgewohnheiten umgestellt. Während 2014 sich 5,3 Millionen Deutsche vegetarisch ernährten, sind es 2021 7,5 Millionen Deutsche. Außerdem benutzen sie öffentliche Verkehrsmittel, wie die Bahn oder den Bus und lassen ihr Auto stehen. Also Menschen essen und verkehren bewusster. Aber kleiden sie sich auch so? [1] [2]

Nachhaltigkeit spielt besonders in der Textilindustrie eine große Rolle! Jede:r Deutsche:r kauft im Schnitt 60 neue Kleidungsstücke pro Jahr. Darunter fällt “billige” Kleidung; oft kostet ein T-Shirt weniger als drei Euro. Dementsprechend selten werden günstig erworbenen Stücke getragen. 

Beispiel: Ein Party-Top wird im Durchschnitt 1,7 Mal getragen, bevor es aussortiert und ersetzt wird. Nach dieser kurzen Lebensdauer landen drei von vier Kleidungsstücke im Müll, nur ein Viertel davon wird recycelt. [3] 

Während wir uns über den billigen Preis freue, müssen andere Menschen dafür teuer bezahlen. 

Zu den bekanntesten Fast-Fashion Marken gehören Primark, H&M und Zara. Schau dir die Zusammensetzung dieses T-Shirts an, das 4,95 Euro kostet. Was fällt dir auf? Für die Bezahlung der Arbeiter:innen in den Niedriglohnländern entfällt lediglich ein Prozent. Die Anteile für die Transportkosten, Materialkosten, Markenwerbung und der Gewinn des Einzelhandels sind wesentlich größer. [4]

 

Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility 

Oft werden die Begriffe „Nachhaltigkeit“ und „Corporate Social Responsibility“ (CSR) gleich verwendet. Aber streng genommen ist CSR ein Teil der Nachhaltigkeit. CSR wird als die soziale Verantwortung eines Unternehmens übersetzt. Das Ziel ist, nachhaltig zu wirtschaften. [5]

Meistens verstehen die Menschen unter dem Begriff “Nachhaltigkeit” nur Umweltschutz. Doch das Thema ist vielschichtiger.
Nachhaltigkeit bedeutet, dass wir zukünftigen Generationen eine Welt hinterlassen, in der sie ohne Hunger, Umweltkatastrophen und Sorgen leben kann. [6]

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, dir das Thema “nachhaltiger Konsum” so einfach wie nur möglich zu machen. Trotzdem möchten wir dir nicht vorenthalten, welche Herausforderungen es in der Corporate Social Responsibility gibt.

Nachhaltigkeit und CSR: Soziale Herausforderungen 

Die Herausforderung unserer Gesellschaft ist Nachhaltigkeit und die sich ständig ändernde Mode zu verbinden. Was heute im Trend ist, ist morgen nicht mehr aktuell. Das Tempo der wechselnden Trends hat sich in den letzten Jahren erhöht. [7]

CSR wurde als Imageverbesserung ins Leben gerufen. Doch der gesellschaftliche Druck wächst, das Unternehmen transparent CSR-Maßnahmen offenlegen sollen. Jeder Schritt wird genau beobachtet, denn die Meinungen der Gesellschaft und NGO's werden immer kritischer. Vielen Unternehmen bleibt keine Wahl, sie müssen sich mit dem Thema CSR auseinandersetzen. Aber nicht nur halbherzig an wichtigen sozialen Diskussionen teilzunehmen, sondern sich aktiv an sozialen Projekten beteiligen.

Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility hat besonders nach dem Einsturz des Fabrikgebäudes Rana Plaza in Bangladesch mehr an Bedeutung gewonnen. Die Regierung bildete eine Kommission aus gewerkschaftlich organisierten Mitglieder:innen und Arbeitgeber:innen, um einen höheren Mindestlohn zu beschließen. Ungelernte Hilfsarbeiter:innen bekamen eine Lohnerhöhung von 77%. Sie erhalten nun insgesamt 50€ im Monat. Gelernte Näher:innen bekommen eine Steigerung von 65% mehr Lohn und verdienen jetzt 64€. [8]

 

Sichert dieser Lohn nun die Existenz der Arbeiter:innen? 

Nein! 
Auf der Abbildung kannst du den gezahlten Mindestlohn und den Existenzlohn miteinander vergleichen.
Die Clean Clothes Campaign (CCC) Germany erklärt, dass ein Existenzlohn ausreichen muss, um die Grundbedürfnisse einer Arbeiterin und ihrer Familie zu decken und einen kleinen Betrag zur freien Verfügung lässt. [9]

Mindestlöhne vs. Existenzlohn in Niedriglohnländern

Die Arbeiter:innen leben trotzdem weiter in Armut. Das Problem ist, dass Fabrikbesitzer:innen durch Lohnerhöhung Angst haben, dass die großen Firmen nicht mehr bei ihnen Ware bestellen. Auch die Möglichkeit eine Gewerkschaft zu gründen ist in Bangladesch und anderen Niedriglohnländern durch Gesetze eingeschränkt. C&A verlangt z.B. für die Lohnerhöhung, dass die Arbeiter:innen schneller arbeiten. [10] Die Konkurrenz ist so hoch, dass die Existenz auf dem Spiel steht, wenn man als Unternehmen nicht mitziehen. 

Nachhaltigkeit und CSR: Ökologische Herausforderungen  

Nicht nachhaltig: Wusstest du, dass für die Produktion eines T-Shirts aus Baumwolle das doppelte bis vierfache des Eigengewichtes an Chemikalien verwendet wird? Die Pestizide sind nicht nur schlecht für unsere Umwelt, sie haben auch gesundheitliche Folgen für die Arbeiter:innen. Pestizide können Krebs auslösen, schädigen das Erbgut und können Vergiftungen hervorrufen. 

Trotz dieses Risikos werden die Arbeitnehmer:innen im sicheren Umgang mit den Chemikalien nicht geschult und auch Schutzkleidung gibt es nur in den wenigsten Fällen. Anders ist es bei dem Anbau von Bio-Baumwolle: da sind Pestizide und chemisch Düngemittel verboten. Außerdem dürfen die Pflanzen nicht gentechnisch verändert werden. [11]

Die Textilindustrie benötigt viel Wasser. Vergleicht man die benötigte Wassermenge für Baumwolle und Viskos (Zellulose), schneidet Baumwolle nicht gut ab. Für ein Kilogramm Baumwollfaser werden 22.000-25.000 Liter Wasser benötigt. Für die Herstellung eines Kilogramms Viskosefasern hingegen nur 350 Liter. Das Ergebnis: Über ⅔ der chinesischen Flüsse sind verschmutzt. Die Giftstoffe aus den Fabriken werden oft ungeklärt abgeleitet und tauchen später im Trinkwasser und Essen wieder auf. Auch die Tiere und Umwelt leidet unter den Giftstoffen. [12]

 

Nachhaltigkeit in der Modeindustrie: Fast Fashion vs. Slow Fashion  

Fast Fashion wird mit „schnelle Mode“ übersetzt. Dir ist sicher selbst aufgefallen, dass Fast-Fashion Marken stetig die neuesten Trends im Sortiment haben. Für den Erfolg der Marken ist es wichtig, dass sie besonders schnell herstellen und viel verkaufen. Wird die Kleidung nachhaltig produziert? 

Nein, denn die Kleidung wird meistens in Billiglohnländern produziert, z.B. China, Indien oder Bangladesch. [13]

Zum ersten Mal tauchte der Begriff „Slow Fashion“ in Verbindung mit der „Slow-
Food-Bewegung“ im Jahr 2006 auf. Slow Fashion bedeutet, die Mode zu entschleunigen. Dabei werden die drei Säulen der Nachhaltigkeit, Ökonomie, Ökologie und Soziales, in allen Schritten der textilen Kette berücksichtigt.

Ist Slow Fashion das Gegenteil von Fast Fashion? Nein! 

Slow Fashion ist ein anderer Ansatz. Es wird trotzdem Kleidung produziert. Es wird aber viel mehr auf Qualität und sozial-ethische Faktoren und Nachhaltigkeit geachtet. Deswegen sind Slow Fashion-Produkte in der Regel teurer. [13]

 

Nachhaltig Shoppen - Was kannst du tun?

Um die Textilindustrie nachhaltig zu verändern sind nicht nur verbindliche Standards und Gesetze notwendig. Es ist auch wichtig, bewusst mit deinen Kaufentscheidungen dafür zu sorgen, dass die Nachfrage an umwelt- und sozialverträgliche Produkten auf dem Markt wächst.

Wie erkennst du, dass es sich um ein nachhaltiges Produkt handelt? 

Die Bundesregierung hat 2015 das Portal “Siegelklarheit” ins Leben gerufen. Dort kannst du dich über alle existierenden Textilsiegel informieren. Du kannst entweder direkt auf der Website “Siegelklarheit.de” klicken oder dir die App herunterladen. So hast du alle wichtigen Informationen immer bei dir - ziemlich praktisch :) [14]

Fest steht: Nachhaltigkeit ist schon längst kein Trend mehr, sondern eine Lebenseinstellung. Während 2011 bereits 76% der Konsumenten angaben, beim Einkaufen auf Nachhaltigkeit zu achten, sind es 2019 schon 81%. [15]

Mit unserem Online-Shop wollen wir dir zeigen, dass langlebige Produkte auf Dauer nachhaltiger sind. Wir achten auf eine fair Produktion und umweltfreundliche Materialien, um langsamen Konsum zu unterstützen. 

Hier geht's zu unserem Shop.



[1] Brodde, K. (2009). Saubere Sachen - Wie man grüne Mode findet und sich vor Öko-Etikettenschwindel schützt. München: Ludwig Verlag. 

[2] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/173636/umfrage/lebenseinstellung-anzahl-vegetarier/

[3] https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/abi-feier-mit-fair-gehandelten-t-shirts/ 

[4] https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/spurensuche-der-herstellung-warum-man-t-shirts-fuer-fuenf-euro-kaufen-kann/3746394.html?ticket=ST-3392394-gegtdQxsfDublbyBCXVp-cas01.example.org 

[5] https://www.csr-in-deutschland.de/DE/Was-ist-CSR/Grundlagen/Nachhaltigkeit-und-CSR/nachhaltigkeit-und-csr.html 

[6] https://nachhaltigkeit-verstehen.de/nachhaltigkeit-einfach-erklaert/ 

[7] Brodde, K. & Gaßner, V. (2018). Modekonzerne auf dem Catwalk der Green-De- tox-Kampagne. In P. Heinrich (Hrsg.), CSR und Fashion (S. 169-180). Ingolstadt: Springer. 

[8] https://fashionunited.ch/nachrichten/business/bangladesch-mindestlohn-fuer-bekleidungsarbeiter-wird-auf-95-us-dollar-erhoeht/2018091715842 

[9] https://saubere-kleidung.de/lohn-zum-leben/ 

[10] https://taz.de/Textil-Mindestlohn-in-Bangladesch-erhoeht/!5053677/ 

[11] https://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/HG__Bekleidung_Umwelt_BB_JE_06_2010.pdf 

[12] https://www.greenpeace.de/kampagnen/detox 

[13] Diekamp, J. & Koch, W. (2010). Eco Fashion - Top Labels entdecken die grüne Mode. München: Stiebner Verlag.

[14] https://www.siegelklarheit.de/19-global-recycled-standard-grs  

[15] https://home.kpmg/de/de/home/media/press-releases/2020/03/nachhaltigkeit-ist-mehr-als-nur-ein-kurzzeitiger-trend-consumer-barometer.html