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Biologisch abbaubare vs. kompostierbare Produkte

Biologisch abbaubare vs. kompostierbare Produkte: Was sind die Unterschiede? 

(PLA) biologisch abbaubar, kompostierbar und DIN 13432 sind Bezeichnungen, die wir immer öfter hören. Besonders bei unserem Ziel, nachhaltiger zu leben und umweltfreundliche Produkte zu nutzen. Aber was sind denn nun die genauen Unterschiede? 

Wir haben euch gefragt: 85% der Teilnehmer kennen die Unterschiede zwischen biologisch abbaubaren und kompostierbaren Produkte nicht. Welche Produkte können ohne Bedenken auf dem Komposter entsorgt werden? Ist biobasierter Kunststoff überhaupt nachhaltig? Sind biologisch abbaubare Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen? Sind alle Biokunststoffe biologisch abbaubar? 

Eins vorab: es gibt einige Unterschiede und sorgen noch bei vielen von uns für Verwirrung. Wir bieten in unserem nachhaltigen Online Shop kompostierbare, aber auch biologisch abbaubare Produkte an. Deshalb ist es uns besonders wichtig, Licht ins Dunkeln zu bringen! 

Wer nicht alles lesen möchte, bekommt hier erstmal eine kurze Zusammenfassung:

Kompostierbar ist biologisch abbaubar,
biologisch abbaubar ist aber nicht gleich kompostierbar. 

Wie jetzt?

Biologisch abbaubar: "wenn Mikroorganismen das jeweilige Material {...} wie Kohlenstoff, Sauerstoff, Wasserstoff und weitere Mineralien auflösen können."(1)

Also wie der Name sagt: biologische Organismen (zB. Pilze) sind in der Lage, biologisch abbaubare Materalien "aufzuessen" und in Kohlenstoff, Sauerstoff, Wasserstoff, etc. umzuwandeln. 

Entsorgung: Es gibt viele verschiedene biologisch abbaubare Stoffe und Produkte, die ganz unterschiedlich hergestellt sind und somit auch unterschiedlich abgebaut werden. Sie müssen also - je nach der chemischen Struktur und verwendetem Biokunststoff - auf andere Weise entsorgt werden. Mehr dazu findest du in dem Bereich "Biologisch abbaubar". 

Zersetzungsdauer: unbestimmt

Kompostierbar: Nach 3 Monaten Kompostierung und anschließender Absiebung durch ein 2 mm Sieb dürfen nicht mehr als 10% Rückstände bezogen auf die Originalmasse verbleiben. 

Entsorgung: Kompostierbare Produkte können entweder in industriellen Kompostieranlagen, auf dem eigenem Komposter oder in der Biotonne entsorgt werden. 

Zersetzungsdauer: innerhalb von 3 Monaten

 

Biologisch abbaubar - Was bedeutet das?

Entsorgung: kommt auf den verwendeten Biokunststoff an. Meist aber in der gelben Tonne oder im Restmüll. 

Zersetzungsdauer: unbestimmt (kommt es auf den jeweiligen Biokunststoff an). 

Da schauen wir uns doch am besten gleich mal die verschiedenen Varianten an:

Die Rohstoffbasis ist entscheidend, ob ein Produkt biologisch abbaubar ist. Die Struktur ist außerdem entscheidend: so können auch Produkte auf fossiler Rohstoffbasis biologisch abbaubar sein (2). 

biologisch abbaubar 

PLA & Blends

Biokunststoffe, die auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen hergestellt und biologisch abbaubar sind, finden wir am häufigsten unter den nachhaltigen Konsumgütern (auch in unserem Shop). Das sind oft Produkte, die auf Weizenstroh, Zuckerrohr oder Reishülsenbasis entstehen. Sie werden oft in Form von “Blends” produziert, damit sie auch stabil und langlebig sind bzw. bleiben. Zum Beispiel sind die Handyhüllen von Demare auf Weizenstrohbasis hergestellt (etwa 70% anteilig) und ca. 30% aus TPU, um die nötige “Härte” zu garantieren (3).  

 = 2 Produktbeispiele für Blend-Biokunststoffe

Entsorgung: Restmüll

Bio-PE(T)

Produkte aus Bio-PE(T) sind nicht abbaubar, allerdings recycelbar und frei von Weichmachern (wie es bei konventionellen Kunststoffen der Fall ist). Die Basis auf nachwachsenden Rohstoffen lässt Bio-PET Produkte in der CO2 Bilanz punkten (4).

Als Beispiel schauen wir uns die TIO Zahnbürsten mal genauer an. Herkömmliche Zahnbürsten sind erdölbasiert, TIO Zahnbürsten auf Zuckerrohrbasis. 

Im Vergleich: Zuckerrohr nimmt CO2 auf und verwandelt es in Sauerstoff. Erdöl hingegen stößt CO2 aus und leistet leider keinen positiven Beitrag zu seiner Umweltbilanz. In Zahlen lässt sich auf Zuckerrohr -2,15kg CO2/kg zurückführen (also als alleiniges Material, ohne z.B. die Produktions- und Lieferemissionen, klimanegativ) und für Erdöl läuft sind es ca. -1,83 kg CO2/kg (5). 

 = Beispiele für recycelbaren, aber nicht biologisch abbaubarer Biokunststoff

Entsorgung: Gelbe Tonne oder Restmüll 
(Wie auch bei Joghurtbechern müssen die Einzelteile voneinander getrennt werden. Wem die Trennung der jeweiligen Teile zu mühsam ist, entsorgt das Produkt im Restmüll. Hier wird nur soviel CO2 ausgestoßen, wie vorher eingenommen wurde).

PBAT, PBS 

Entstehen meist in Form von Folien für Verpackungen (Tüten) oder in der Landwirtschaft als Abdeckplane. Mischt man Mikroorganismen oder Pilze zu der biobasierte Bernsteinsäure zusammen (6), kann sich der Biokunststoff bis zu 90% in Wasser, CO2 und Biomasse verwandeln (7). 

Tüten aus PBAT brauchen allerdings 7 bis 12 Monate, kompostierbare Materialien zerfallen normalerweise nach 80 Tagen in der Kompostanlage. Daher unbedingt Materialien aus PBAT nicht in der Kompostanlage entsorgen! Lieber in der gelbe Tonne, um dann recycelt zu werden (8).

Biologisch abbaubar in der Kosmetik: sehr wichtig, sich für diese Variante zu entscheiden! Bei nicht biologisch abbaubaren Produkte gelangen die Reste in die Kläranlage und sind super schädlich für Wasser und gefährlich für Tiere, die unseren Abwässern ausgesetzt sind.

Zwischenfazit: Biologisch abbaubare Produkte sollten auf keinen Fall in die Kompostanlage entsorgt werden. Sie tragen nicht zur Wiederverwendung und Qualität des entstehenden Kompostes bei und müssen mühevoll aussortiert werden. 

Biologisch abbaubare Produkte scoren trotzdem besser in der CO2-Bilanz als herkömmliche Plastikprodukte. Während der Produktion und nach Entsorgung verbrauchen sie weniger CO2 als herkömmlicher Kunststoff. Was reingeht, geht auch wieder raus: Produkte aus Weizenstroh sind weniger umweltbelastend, somit auch im Verbrennungsprozess schonender. Außerdem wird der limitierte Rohstoff Erdöl durch Alternativprodukte “geschont”. Nachwachsende Rohstoffe werden durch Biokunststoffe vermehrt genutzt, was auf die Lage unserer bereits erschöpften Rohstoffe natürlich von Vorteil ist. 

Kompostierbar - Welche Möglichkeiten gibt es?

Entsorgung: Kompostanlage, eigener Komposter und/oder Bio Tonne

Zersetzungsdauer: maximal 3 Monate

Hierbei kommen alle Produkte in Frage, welche auf natürlicher Weise in maximal 90 Tage zersetzt werden. Hier müssen wir wieder entscheiden, welche Art von Komposter zum Einsatz kommt, ob das Produkt lieber in die Biotonne entfernt wird oder direkt in eine Industrieanlage. Allerdings ist es mit kompostierbaren Produkten weniger kompliziert, als mit biologisch abbaubaren Produkten.

Bei der DIN 13432 kommt im Grunde die industrielle Kompostieranlage in Frage und oft nicht der Komposter im Garten (9). In industriellen Kompostanlagen werden die Produkte durch die Selbsterhitzung schneller zersetzt, was auf dem Komposter nicht in einer derartigen Geschwindigkeit unter den Konditionen passieren kann (10). Beispielsweise besitzt Vitaboni ein solches Zertifikat für die kompostierbaren und klimaneutralen Kaffekapseln. Hierbei empfiehlt Vitaboni die Kaffeekapseln (und Verpackung) nicht in die Biotonne zu entsorgen, sondern entweder auf dem eigenen Komposter (was bei den kleinen Kapseln super funktioniert) oder zur Kompostanlage zu bringen. 

Welche Alltagsprodukte können in der Biotonne oder auf deinem Komposter entsorgt werden?

Wattestäbchen aus Bambus und (Bio-)Baumwolle, Zahnbürsten aus Bambus, Naturzahnseide und Seifenkissen aus Luffa kannst du bedenkenlos in die Biotonne oder auf deinem Komposter entsorgen. 

Bei den Zahnbürsten musst du allerdings die Borsten vorher entfernen, denn die sind oftmals (noch) aus Nylon. Die Verpackungen der Produkte in unserem Online Shop sind zu 90% kompostierbar, also meist aus Kraft Papier oder recyceltem Papier.

Das gilt für biologisch abbaubare und kompostierbare Produkte: 

Beide umweltfreundlichen Varianten an Produkten sollen auf keinen Fall willkürlich in der Umwelt entsorgt werden. Hier kommt es nämlich auch auf den Boden und Atmosphäre an, wie schnell Materialien zersetzt werden können. Mindestens genauso wichtig: Tiere können sich an den Produkten verletzten! Also immer auf den Komposter, in die Biotonne oder aber in die offizielle Industriekompostieranlage entsorgen. 


Du hast noch Fragen zu dem Thema? Schreib uns gerne im Chat oder per Mail an kontakt@greenpolarbear.org

 

Verwendete Quellen: 

(1) https://www.igefa.de/wissenscenter/blog/biologisch-abbaubar-kompostierbar-und-biobasiert 
(2) https://www.igefa.de/wissenscenter/blog/biologisch-abbaubar-kompostierbar-und-biobasiert#paragraph-3701
(3) https://www.bundestag.de/resource/blob/410104/34eca17202ee9d7380e1df34946335c8/wd-8-028-15-pdf-data.pdf
(4) https://biokunststofftool.de/werkstoffe/bio-pe/
(5) https://tio.care/nachhaltigkeit/
(6) https://www.plastikalternative.de/was-ist-pbs/
(
7) DIN Deutsches Institut für Normung: Biobasierte Produkte - Übersicht über Normen, Deutsche Fassung CEN/TR 16208:2011
(8)  https://www.haus.de/leben/biokunststoff-nachhaltig-abbaubar 
(9)  http://www.bioplastics.ch/EN-13432.pdf
(
10) https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/421/publikationen/18-07-25_abschlussbericht_bak_final_pb2.pdf